Das selbst verletzende Verhalten (SVV) ist oft ein Hilferuf, hinter dem sich traumatische Erfahrungen wie sexueller Missbrauch, körperliche und seelische Gewalt und - durch inneren Rückzug - große Einsamkeit verbergen können.
Man versteht darunter, dass sich jemand durch offene oder heimliche Verletzung selbst Schaden zufügt. Es gibt neben den direkten (sich kratzen, schneiden, ritzen, etc.) selbstschädigenden Verhaltensweisen noch die indirekten, damit meint man: ungesundes Ess- oder Trinkverhalten, Rauchen, Essstörungen oder andere Suchterkrankungen.
Diese Verhaltensweisen treten stets im Zusammenhang mit mehr oder weniger schwer wiegenden psychischen Problemen auf, die sich auch auf andere Bereiche des Verhaltens und Erlebens erstrecken.
Was für Aussenstehende meist völlig unverständlich erscheint, hat es doch für die Betroffenen eine wichtige Bedeutung: Beispielsweise dient es als Ventil bei starken inneren Spannungszuständen, hilft ihnen, aus Phasen völliger Verzweiflung und ohnmächtiger Hoffnungslosigkeit aufgrund der starken Reizwirkung wieder herauszukommen (antidepressive Wirkung). Alptraumhafte Abläufe können dadurch verlässlicher unterbrochen werden als durch hochwirksame Medikamente.
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