Chiropraktik, auch Chirotherapie oder manuelle Medizin genannt, bedeutet die Behandlung von Beschwerden durch Einrenken und Mobilisation (krankengymnastische Bewegung) verschiedener Körperteile, insbesondere der Wirbelsäule.
Diese Behandlungstechnik behebt Fehlfunktionen der Nervenbahnen, die in der Regel durch eine Fehlstellung der Wirbelsäule hervorgerufen werden. Bei der Chiropraktik werden verschobene Wirbel oder Rippen (sog. blockierte Gelenke) mit einem Ruck eingerenkt. Zudem gibt es eine so genannte weiche Technik, bei der verspannte Muskeln gedehnt und gedrückt werden. Der eigentliche Schmerz wird nicht durch die Blockierung des Gelenks, sondern durch die verspannte Muskulatur ausgelöst. Deshalb ist es sinnvoll, Wärme anzuwenden oder zur Lockerung der Muskulatur Akupunktur, Hochtontherapie, Magnetfeldtherapie oder Neuraltherapie einzusetzen. Die chiropraktische Heilmethode war bereits im Altertum (dem altgriechischen Arzt Hippokrates) bekannt, die moderne Chiropraktik wurde um 1895 von Daniel Palmer begründet. Im Jahr 1898 eröffnete der gebürtige Kanadier in Davenport im US-Bundesstaat Iowa die erste Chiropraktikerschule.
Diese Therapie gehört ausschließlich in die Hände von ausgebildeten Therapeuten, denn vor jeder chiropraktischen Manipulation muss eine exakte Diagnose gestellt werden und ggf. sogar Röntgenaufnahmen angefertigt werden. Da man sich an das „Knacken“ gewöhnen kann und jedes Mal die Gelenkflächen strapaziert werden, darf in einem Segment maximal alle 6 Monate manipuliert werden.
Indikationen: abgeklärte Blockierungen im Bereich der Wirbelgelenke und der Extremitätengelenke
Kontraindikationen: Bandscheibenvorfall, Entzündung, Tumor, Osteoporose
2.
Synonym: Chirotherapie nach H. P. Bischoff
Bei der Behandlung im Sinne der Manuellen Therapie untersucht man ein Gelenk oder Wirbelsäulenabschnitt auf eine Bewegungseinschränkung hin.
Diese Befund ist für die Behandlung sehr wichtig.
Ein Gelenk hat nicht nur die Bewegungsmöglichkeiten, die wir aktiv ausführen können, sondern auch noch ein Bewegungsspiel vor- zurück- rechts- links parallel der Bewegungsebene; wie eine Schublade.
Ist das Bewegungsspiel gestört, ist die aktive Bewegung eingeschränkt; wie bei einer verklemmten Schublade.
Die Manuelle Therapie ist eine Technik, um dieses Spiel wieder herzustellen.
Außerdem erreicht man mit dieser Behandlung:
- eine Dehnung der Kapsel (Hülle um das Gelenk); dies ist oft nach einer Ruhigstellung (Gips) nötig
- eine Dehnung des Bandapparates
- eine Dehnung der Muskulatur im Gelenkbereich
- ein Lösen von Verklebungen
- eine Schmerzlinderung
- eine Förderung der Knorpelernährung (z.B. bei einer Arthrose)
Die Manuelle Therapie kann zusätzlich unterstützt werden durch:
- Massage und Wärme
- Krankengymnastik
- Medikamente
Die Manuelle Therapie setzt sich aus unterschiedlichen Techniken zusammen:
- Techniken direkt am Gelenk
- Muskeltechniken
- Techniken zur Stabilisation
Die Behandlung ist eine sehr gezielte und sanfte Methode.
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