Symbiose und Autonomie - In die Familie werden wir hineingeboren als Kind. Dabei ist die Mutter die erste und wichtigste Bezugsperson. In dieser abhängigen Beziehung (Symbiose) erfährt das Kind im Idealfall Geborgenheit, Sicherheit und die Erfüllung seiner Bedürfnisse. Aus der Gemeinsamkeit des „Wir“ entwickelt es sich in das „Ich und Du“ einer eigenständigen Persönlichkeit hinein. Steht die Mutter aufgrund eigener Traumaerfahrungen körperlich, emotional oder seelisch nicht zur Verfügung, erlebt das Kind diesen Umstand selbst als frühes Trauma. Auf seiner Suche nach Halt verstrickt es sich dabei in die Generationsübergreifenden ungelösten Probleme der Familie und erlebt weitere eigene Traumata.
Trauma ist ein bedrohliches Ereignis auf körperlicher, emotionaler und/oder seelischer Ebene, das mit Ohnmacht, Hilflosigkeit und Todesangst einhergeht. Das Weiterleben wird durch innere Erstarrung, Abspaltung und Vergessen dieser Gefühle und Körperempfindungen gesichert, mit der Folge von Abstrichen an Lebensqualität und körperlicher und/oder seelischer Gesundheit. Bleiben diese Anteile abgespalten verstricken sich auch Nachfolgende in diese für sie fremden Empfindungen und Gefühle.
Familien-Trauma-Aufstellungen führen zur Ursache belastender Lebensmuster. Hierbei wird sichtbar auf welche Weise man in das System der Familie eingebunden ist. Erkennbar wird dabei, wie sehr traumatische Erfahrungen in der Familie sich auf Nachfolgende auswirken. Dabei spielt es keine Rolle ob diese Ereignisse bekannt sind oder nicht. Auf besondere Weise wird hierbei sichtbar wie ein Durcheinander von fremden und eigenen Gefühlen und Empfindungen zu innerer Unklarheit und Verwirrung führt. Familien-Trauma-Aufstellungen helfen dabei, eigene Spaltungen zu erkennen, belastende Einflüsse und übernommene Gefühle und Empfindungen zu erkennen und loszulassen. Dadurch findet man mehr und mehr zu sich selbst und den eigenen Gefühlen, Empfindungen und Wünschen. Wer sich selbst findet kann auch sein eigenes Leben erleben.
Trauma-Aufstellungen eröffnen die Möglichkeit, wieder Kontakt zu eigenen abgespaltenen inneren Gefühls- und Empfindungsanteilen zu erhalten. Hierüber kann eine längst vergangene Traumaerfahrung wieder erinnert und schrittweise integriert werden. Bisher im Trauma gebundene fördernde Lebenskräfte stehen wieder zur Verfügung. Dadurch kann ein erlebtes Trauma zwar nicht ungeschehen gemacht werden, aber die Folgen können verstanden und deutlich reduziert werden.
Die Aufstellungen richten sich immer an Ihrem Anliegen aus. Ihr aktuelles Anliegen zeigt dabei zielsicher auf, welche Veränderungen im Augenblick möglich sind. Damit ist sicher gestellt, sich nicht zu übernehmen und nur die Veränderungen anzugehen die auch von innen heraus zugelassen werden. Auf diese Weise kommt ein Lösungs- und Heilungsprozess in Gang. Schritt für Schritt wird hierüber bisher gebundene Lebenskraft für das eigene Leben wieder verfügbar.
Seminarleitung: Helmut Laber, ausgebildet bei Prof. Franz Ruppert
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