Stammzellen aus Nabelschnurblut – Fakten und Hoffnungen

Im Kampf gegen Krebs, Alzheimer, Leberschäden, Parkinson und vielen anderen schwerwiegenden Erkrankungen sind Stammzellen aus Nabelschnurblut seit vielen Jahren ein Thema. Die Medizin forscht intensiv mit den sogenannten „Alleskönner Zellen“, um innovative Heilmethoden zu entwickeln. Während sich einige Eltern für die Einlagerung der wertvollen Stammzellen nach der Geburt ihres Nachwuchses bei Stammzellbanken entscheiden, spenden sie andere dem Allgemeinwohl oder stellen die Zellen zu Forschungszwecken zur Verfügung. Mediziner und Forscher hegen große Hoffnung in Bezug auf die Stammzellenforschung. Ein Grund, warum teilweise viel Geld für die Einlagerung bezahlt wird.

Labor
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Erläuterung und Bedeutung von Stammzellen

Stammzellen aus Nabelschnurblut spielen bei der Erforschung von schweren Krankheiten eine zentrale Rolle. Die Zellen sind flexibel und undifferenziert, so dass sie sich zu verschiedensten Zelltypen entwickeln können. Nicht nur Gewebe lässt sich daraus bilden. Auch ganze Organe sollen daraus entstehen. Die Chancen für die Forschung sind nicht von der Hand zu weisen. Auf der Internetpräsenz von Vita34, einer privaten Stammzellbank, bei der Verbraucher Stammzellen einlagern können, wird verdeutlicht, was Stammzellen sind und welche Bedeutung sie haben: „Jede der ca. 100.000.000.000.000 (100 Billionen) Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen - ausgehend von der befruchteten Eizelle - bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, warum junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.“ Wie hier erklärt, erledigen Stammzellen ihre Aufgaben im zunehmendem Alter immer weniger aktiv. Die Regeneration des Körpers lässt nach, ein unaufhaltsamer Prozess, der bereits vor der Geburt beginnt. Einige Untersuchungen beweisen, dass einige Erkrankungen erst dann auftreten, sobald Stammzellen ein gewisses Alter erreichen. Sie sind dann nicht mehr in der Lage, die körperlichen Schäden zu reparieren.

Vorteile von Stammzellen aus Nabelschnurblut

Aufgrund der Vorteile liegt es nahe, dass die Stammzellenforschung intensiv damit beschäftigt ist, Stammzellen aus Nabelschnurblut zu analysieren. Anders als bei embryonalen Stammzellen, die ethisch und moralisch höchst bedenklich sind, werden Stammzellen aus Nabelschnurblut völlig risikofrei gewonnen. Die Zellen werden bei der Abnabelung nach der Geburt entnommen. Für Kind und Mutter ist die Prozedur völlig schmerzfrei. Auch im Vergleich zu adulten Stammzellen aus Organen und Knochenmark bestehen erhebliche Vorteile. Zum einen können sich diese Zellen nicht in alle Zelltypen differenzieren, zum anderen sind sie weniger vital und die Gewinnung ist teuer, risikoreich sowie aufwändig. Stammzellen aus dem eigenen Nabelschnurblut haben im Vergleich zu anderen Stammzellen viele Vorteile. Fünf der ausschlaggebendsten Merkmale werden hier aufgeführt:

  1. die Verträglichkeit für den Organismus ist bei dieser Stammzellenart am höchsten. Die biologische Zusammensetzung ist identisch
  2. es treten keine Abstoßungen auf. Aufgrund dieser Tatsache profitiert besonders die regenerative Medizin
  3. es handelt sich um die vitalsten körpereigenen Stammzellen
  4. sie sind frei von Viren
  5. Gewinnung ist risikofrei und moralisch unbedenklich

Allerdings muss festgehalten werden, dass zum heutigen Zeitpunkt kein seriöser Forscher oder Mediziner mit Sicherheit sagen kann, ob und in welcher Form Stammzellen aus Nabelschnurblut in der Zukunft zu Heilzwecken eingesetzt werden können. Doch die Hoffnung von Medizin und Gesellschaft sind unverkennbar. Die Einlagerungen in privaten und öffentlichen Stammzellbanken erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Einlagerung und Spenden

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten, um von den eventuellen Vorteilen der Stammzellen zu profitieren: Die private Einlagerung oder die Spende. Während es bei der Einlagerung in privaten Stammzellbanken in erster Linie darum geht, für den Eigenbedarf vorzusorgen und dem Nachwuchs bei späteren Erkrankungen möglicherweise mit den eigenen Stammzellen helfen zu können, sind Eltern in der Lage, durch die Spende Forschungsarbeiten zu unterstützen oder erkrankten Menschen zu helfen. Beim Spenden werden die Stammzellen an öffentliche Nabelschnurblutbanken abgegeben. Sobald es eine Übereinstimmung gibt, werden die Zellen einem fremden Empfänger zur Verfügung gestellt. Bei Krebspatienten wird dies bereits praktiziert. Allerdings verlieren die Spender dabei den Anspruch auf die Stammzellen, einer der Gründe warum sich viele Eltern für die kostspielige Einlagerung entscheiden. Wer beides kombinieren möchte, hat dazu mittlerweile die Möglichkeit. Bei derartigen Lösungen werden die Stammzellen zwar privat eingelagert, aber gleichzeitig in Stammzellenregistern eingetragen. Kommt es zu einer Übereinstimmung mit einem fremden potenziellen Empfänger, haben Eltern eine Spendenoption. Sie können sich im Einzelfall für oder gegen eine Spende entscheiden. Über universitäre Einrichtungen, Stammzellregister oder private Nabelschnurblutbanken werden derartige Stammzellen für Forschungszwecke bereitgestellt.

Fazit

Ob Eltern Stammzellen aus Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern, bleibt eine individuelle Entscheidung. Ob sich die Einlagerung lohnt, kann zum heutigen Zeitpunkt niemand mit Gewissheit sagen. Fest steht, dass Chancen bestehen und die Forschung intensiv an Lösungen arbeitet, um mit Stammzellen Leben zu retten und Krankheiten zu heilen. Eine interessante Dokumentation, die auf arte ausgestrahlt wurde, bringt die Stammzellenforschung und das riesige Spektrum dieser Wissenschaft näher.


Letzte Änderung: 18.03.2015

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