Glück ist Ansichtsache

„Du kannst die Dinge nicht ändern, aber du kannst Deine Sicht zu den Dingen ändern.“

Diese Perspektive ist die Eintrittskarte für unseren, geistigen Wachstum. Wenn ich diese Haltung einnehme, bekomme ich eine klare Einsicht, dass es an mir liegt, andere Positionen einzunehmen um ein umfassenderes Verständnis von den Dingen zu bekommen. Damit öffne ich mir die Möglichkeit zu wachsen und zu verstehen. Der Wunsch, Dinge ändern zu wollen, kommt aus der erfahrenen Unzufriedenheit, wenn eigene Wünsche nicht erfüllt werden. Die Unzufriedenheit ergibt sich aus einer Unwissenheit über den Mangel am Verständnis der Dinge und ihre Erscheinungen. Die Einstellung, Dinge ändern zu wollen, führt dazu, sich von den Dingen abhängig zu mach, ihnen die Verantwortung für die Erfüllung zu übertragen und dass wir das Leben sehen, wie wir es haben wollen, aber nicht wie es ist. Meist setzt dann auch noch die Bewertung in gut und schlecht ein. Kurz gesagt, wir sind nicht mehr bei uns selbst (und unserer Kraft), sondern ständig beschäftig und getrübt. Diese Einstellung führt über Vorwürfe und Urteile zu Streit und Trennung. Dabei trennen wir uns nicht nur von unserer Umwelt, sondern von unserer Lebenskraft ab.

Der Weg zum Glück muss demnach in die andere Richtung gehen. Das heißt, wenn ich beginne, das Leben so zu nehmen, wie es ist, erlaube ich allem was ist neben mir zu existieren, wie es ist und öffne meine Wahrnehmung für die Andersartigkeit und Vielfalt, über die ich durch andere etwas von mir selbst lernen und verstehen kann, so wie über den anderen. Das erweitert meinen geistigen Horizont somit meine Toleranz. Jetzt passiert es aber, dass bei jeder Begegnung mit dem Leben in einem eine Regung statt findet, auf die man mit Zuneigung oder Abneigung reagiert. Wenn ich mir nun vorstelle, dass mein Umfeld mein äußerer Spiegel ist zu dem ist, was meinem inneren entspricht, habe ich jetzt die Chance durch andere etwas über mich selbst erfahren. Denn jede Reaktion von mir auf eine innere Regung, spiegelt meine Einstellung zu der Begegnung. Reagiere ich mit Abneigung, dann wird in mir der Teil angesprochen, der von mir nicht bewusst gelebt wird und zur Folge hat, dass ich ihn wahrscheinlich unterdrücke. Das lässt sich dann aus dem Urteil lesen, dass auf meine Reaktion folgt. Denn würde ich eine unterdrückte Seite bewusst leben, würde ich nicht mit Abneigung reagieren, wenn ein anderer seine Seite auch lebt. Dann passiert häufig das Gegenteil davon, ich empfinde Zuneigung. Diese Reaktion zeigt sich dann, wenn ein anderer die gleichen Ansichten oder Eigenschaften von sich lebt, wie ich es tue.

Zuneigung und Abneigung ist im Grunde beides das Gleiche. Es kommt nur darauf an, welche Einstellung ich zu den Dingen habe und von meiner Bereitschaft, mich selbst anzunehmen. Wenn ich also etwas ändern möchte in meinem Leben, ist es ratsam zunächst meine Einstellung zu mir selbst zu ändern, denn erlaube ich mir zu leben, wie ich bin, erlaube ich es auch den anderen und bin dann erst in der Lage, die Verbundenheit auf angenehme Weise (eben das Glück) zu erfahren.


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