Das Märchen von der Diät - eine hypnosystemische Betrachtung

Es gibt viele Diäten zum Abnehmen. Ich habe noch keine gefunden, die hält, was sie verspricht: nämlich leicht, einfach und lecker zu sein. Wenn Sie dann doch nicht durchhalten, heißt es dann, Ihr Wille sei eben zu schwach. Das glaube ich nicht. Wenn Ihr Wille zu schwach wäre, würden Sie ja nicht immer wieder neue Diäten ausprobieren. Es geht also um etwas anderes. Etwas, das Sie immer wieder dazu bringt, Ihren Plan abzunehmen vorübergehen aufzugeben.

Was ist dieses „etwas“? Das wird klar, wenn wir verstehen, wie unser Handeln und Tun zustande kommt: der Verstand ist mit ca. 10% und das Unterbewusstsein mit ca. 90% daran beteiligt. Wenn beides hinter unserem Vorhaben steht, sind wir nahezu unschlagbar; dann sind wir eins mit unserer Kraft. Sprichwörtlich kann der Wille dann Berge versetzen.

Leider ist das nicht immer so; Häufig wollen wir etwas vom Verstand her und versuchen, die Stimmen aus unserem Unterbewusstsein, die berechtigten aber unerfüllten Bedürfnisse, zu überhören. Das kann klappen, ist aber außerordentlich mühsam, denn es bedeutet ständig im Kampf mit sich zu sein.

Es ist daher sinnvoll, das Unterbewusstsein in unsere Pläne mit einzubeziehen. Das haben wir von Geburt an gekonnt, später aber irgendwann verlernt, weil in unserer Gesellschaft der Verstand einen höheren Stellenwert hat. Wir können dieses Wissen und Können jedoch wieder aktivieren - mit hypnosystemischen Methoden ist dies möglich.

Lassen Sie Ihren Verstand mit Ihrem Unterbewusstsein wieder ein starkes Team bilden!

Anstelle von wissenschaftlichen Erklärungen lade ich Sie zu einem ersten kleinen oder vielleicht auch großen Schritt ein, indem ich Ihnen jetzt ein Märchen erzähle.

Die Untenen und die Obenen

Es war einmal eine Firma. In jedem Stockwerk gab es verschiedene Abteilungen. Die Abteilungen im Erdgeschoß und in der 1. Etage arbeiteten sehr gut zusammen - das waren die Obenen. Im Keller aber gab es eine große Abteilung, welche man „die Untenen“ nannte.

Keiner der Obenen hatte jemals einen von den Untenen gesehen, und sie trauten sich auch nicht, nach unten zu gehen, weil die anderen ihnen so fremd waren.

Es gab zwischen den Untenen und den Obenen keinerlei Kontakt. Einige mutige Obige hatten schon mal nach unten gerufen, aber es rief keiner zurück. Nur manchmal fanden einige Abteilungen morgens auf ihren Schreibtischen Nachrichten vor: meist waren es merkwürdige Bilder. Manche waren ganz lustig und wurden sogar mal ans schwarze Brett gehängt, aber meist waren das so komische Bilder, die gleich in den Shredder kamen.

Aber auch ohne Kommunikation taten alle Abteilungen ihre Arbeit anscheinend so gut, dass die Firma wuchs und gedieh.

Eines Tages überlegte sich die Geschäftsleitung eine ganz besondere Aktion. Sie hängten eine Ankündigung ans schwarze Brett, wonach es einen Ausverkauf geben sollte: „Alles muss raus!“ stand dort und auf den Aufgabenzetteln, die an die Obenen verteilt wurden. Es wurden Preisnachlässe angekündigt, damit die Lager schnell geräumt würden; die Mitarbeiter aus dem Wareneingang wurden in Urlaub geschickt; es sollte berechnet werden, wie viel Lagerbestand unbedingt nötig sei – eine ganze Menge weniger sollte es schon sein!

Alle waren ganz beschäftigt, freuten sich über die neue Aufgabe und überlegten, wie es hinterher sein würde mit ganz kleinen Lagern (also Platz für eine Sporthalle vielleicht). Nur den Untenen hatte mal wieder niemand Bescheid gesagt.

Als diese gerade ihre täglichen und nächtlichen Arbeiten verrichteten, kamen die Lagerverwalter hereingelaufen und schrieen alle durcheinander, dass die Lager geplündert würden und auch der Wareneingang dichtgemacht hätte. „Es kommt nichts mehr rein! Und das, was in der letzten Zeit geliefert wurde, waren sogar nur leere Kartons!“ Sie fühlten sich hintergangen und waren völlig verzweifelt.

Die Notfallpläne mussten her. Manch einer konnte sich noch daran erinnern, dass er schon einmal so eine Situation erlebt hatte und so handelten die Untenen. Die Schlösser vor den Lagern wurden erneuert, und es wurden Wachen aufgestellt. Der Einkauf schickte Bestellungen über Bestellungen raus, und stündlich verstärkten sie ihre Anstrengungen.

Bei den Obenen machte sich Unmut breit. Ihre ganzen schönen Pläne funktionierten einfach nicht. Aus den Lagern bekamen sie nichts mehr heraus, und die Bestellungen häuften sich auf ihren Tischen. Sie waren enttäuscht und wütend, dass die Untenen so querschossen. Einige waren so wütend, dass sie sich an den Kellereingang stellten und die Untenen beschimpften. Dinge wie ‚Schweinehund’, ‚Nichtskönner’, ‚Versager’, ‚disziplinloses Gesindel’, ‚die Depots knacken wir noch’, ‚wir bekämpfen die überflüssigen Lager’, und andere waren zu hören.

Die Untenen verstanden ihre Welt nicht mehr – gerade hatten sie ihre Firma doch vor dem Ruin, dem kompletten Ausverkauf, gerettet, und nun wurden sie auch noch beschimpft? Sie waren sich aber ihrer Sache so sicher, dass sie fest daran glaubten, dass die Obenen irgendwann einmal zu schätzen wissen würden, was sie für das Gemeinwohl auf sich genommen hatten.

Die Untenen konnten sich wieder entspannen, da die Waren wieder hereinkamen und die Lager sich langsam wieder füllten. Sie hatten aber aus dieser Gefahrensituation gelernt. Sie legten weitere Lager an – für Notfälle, damit sie auch in Zukunft das Überleben der Firma sicherstellen konnten.

©2014 Claudia Schneekloth (nach Anita Heyer: "schlank denken" und Inspector Barnaby)


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Autor/in und inhaltlich verantwortlich
Heilpraktikerin (Psychotherapie) Göttingen
Heilpraxis für Psychotherapie und Ernährungsberatung
Heilpraktikerin (Psychotherapie) Claudia Schneekloth
DE - 37073 Göttingen

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