Starkes Schwitzen: Ursachen und Problembehandlung

Übermäßiges Schwitzen ist kein Problem des 21. Jahrhunderts. Heute scheint es aber immer häufiger lästig und peinlich zu sein. Betroffene haben es in vielen Fällen mit tropfenden Schweißperlen auf der Stirn und großen Schweißflecken unter den Achseln zu tun. Welche Gründe es für das übermäßige Schwitzen gibt und wie man dagegen vorgeht, erklären wir im Anschluss.

Füße im Gras
Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Wie überstarkes Schwitzen entsteht

Jeder Mensch schwitzt, der eine mehr, der andere weniger. Das übermäßige Schwitzen hingegen entsteht nicht bei starker körperlicher Anstrengung oder extremer Hitze, sondern in vergleichsweise normalen Situationen. Betroffen sind in erster Linie folgende Körperregionen:

  • Achseln
  • Füße
  • Hände

Die häufigste Ursache für Achselnässe und Co. ist eine Überreaktion des vegetativen Nervensystems. Um das Problem zu erklären, muss man wissen, dass der menschliche Körper und sein Organismus nicht nur ein zentrales, sondern auch ein autonom wirkendes System besitzen. Das sogenannte vegetative Nervensystem ist für das „innere Gleichgewicht“ verantwortlich. Man unterscheidet in erster Linie nach funktionellen Merkmalen, speziell den beiden Teilsystemen, dem Parasympathikus und Sympathikus. Diese steuern Vorgänge wie:

  • Kreislauf
  • Atmung
  • Harnblase
  • Magen-Darm-Trakt

aber auch die für uns bedeutenden Schweißdrüsen. Das „innere Gleichgewicht“ kann unter Umständen gestört sein, wodurch der Mensch an bestimmten Körperregionen übermäßig schwitzt. Dieser Zustand wird als Hyperhidrose bezeichnet.

Die Lösung des Problems ist die Blockade der Schweißkanäle, sei es mit einem Antitranspirant oder einem medizinischen Eingriff. In einigen Fällen lernt der Körper, die Schweißdrüsen normal zu regulieren. Übermäßiges Schwitzen kann jedoch viele Ursachen haben, sodass diese Lösung nicht für alle Betroffenen angebracht ist.

Der Ursache des Schwitzens auf der Spur

Schwitzen ist ein natürlicher Vorgang des menschlichen Organismus, der zur Regulation der Wärme dient. Ohne diesen Vorgang wären Menschen nicht in der Lage, eine körperliche Anstrengung zu meistern oder hohen Außentemperaturen standzuhalten. Aus diesem Grund ist es wichtig, Schwitzvorgänge beim Sport nicht zu reduzieren.

Den meisten Betroffenen geht es jedoch nicht um Sport, sondern um Momente, in denen das Schwitzen keine nützliche Funktion hat, sondern aufgrund seiner fehlenden Steuerbarkeit einfach lästig ist. Dazu gehören häufig Stresssituationen aber auch normale Tätigkeiten, die anderen Menschen keine Probleme bereiten.

Der Schwitz-Vorgang wird von dem vegetativen Nervensystem reguliert. Dieses können Menschen nicht direkt beeinflussen. Das System wird in Sympathikus, welches für Angst, Stress sowie körperliche Bereitschaft zuständig ist, und Parasympathikus, verantwortlich für Entspannung und Verdauung. Hyperhidrosis wird von dem Sympathikus ausgelöst. Das starke Schwitzen wird deshalb ausgeprägter, je mehr man Angst oder Stress ausgesetzt ist. Da man den Sympathikus nicht über sein Bewusstsein steuern kann, ist man auf externe Hilfe angewiesen.

5 Behandlungsmethoden für übermäßiges Schwitzen

Betroffene geben alles dafür, das übermäßige Schwitzen loszuwerden. Nachfolgend stellen wir einige Behandlungsmethoden vor und erklären, welche Vor- und Nachteile diese besitzen.

  1. Deodorants: Das Deodorant ist das am häufigsten benutzte Körperpflegeprodukt. Es wird jeden Morgen aufgetragen und hütet den Nutzer vor unangenehmen Körpergeruch unter den Achseln. Deodorants gibt es in verschiedenen Formen und mit verschiedenen Wirkungen.
    • Spray: Deodorants in Sprayform haben das Ziel, den Geruch zu verbessern. Zwar versprechen sie auch, starkes Schwitzen zu stoppen, meist bleiben sie aber ohne große Wirkung.
    • Roller: Der Deoroller mit Aluminiumchlorid kann die Schweißbildung stark reduzieren. Die Beimischung von Alkohol reizt jedoch die Hautareale, was insbesondere nach einer Axelrasur problematisch ist.
    • Ohne Wirkstoff mit Parfumstoffen: Ebenfalls keine Behandlungsmethode für Schweißprobleme, da es lediglich zur Duftverbesserung dient.
    • Bio-Deos: Diesem Artikel zufolge enthalten Bio-Deos keine Parabene, synthetischen Duftstoffe und Petrochemikalien. Da Bio-Deos kein Aluminium enthalten, kommt es auch nicht zur Schweißhemmung. Wer jedoch das übermäßige Schwitzen über andere Methoden gestoppt hat, sollte dieses Deo verwenden, da es keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthält.
  2. Operation: Das starke Schwitzen im Bereich der Achseln lässt sich mit einem operativen Eingriff mindern oder beseitigen. Bei dem Eingriff werden die Schweißdrüsen entfernt. Man unterscheidet zwischen folgenden Eingriffen:
    • Exzision: Es werden ganze Hautareale entfernt. Die Wundheilung dauert lange und eine Narbenbildung ist nicht auszuschließen.
    • Kürettage: Über kleine Schnitte im Achselbereich werden die Schweißdrüsen ausgeschabt und abgesaugt. Der Eingriff hat hohe Erfolgschancen und benötigt lediglich eine örtliche Betäubung. Das Nachwachsen einiger Drüsen ist nicht auszuschließen.
  3. Botox: Botulinumtoxin ist den meisten Menschen aus dem Bereich der Schönheitschirurgie bekannt. Neben der Bekämpfung von Falten kann das Nervengift auch zur Schweißreduzierung verwendet werden. Beim starken Schwitzen wird Botox in den betroffenen Bereich gespritzt, zum Beispiel in die Achselhöhen. Die Ergebnisse sind in der Regel erfreulich, jedoch hält der Effekt nur sechs Monate an. Botox ist vergleichsweise teuer und die Prozedur ist schmerzhaft.
  4. Medikamente: Bei vielen Menschen ist der Botenstoff „Acetylcholin“ das Übel ihrer Beschwerden. Sogenannte Anticholinergika können den Botenstoff blockieren. Der Nachteil dieser Medikamente ist, dass sie im ganzen Körper wirken und nicht nur an den betroffenen Stellen. Es entstehen somit eine Reihe von Nebenwirkungen.
  5. Iontophorese: Bei dieser Prozedur wird versucht, mit Strom das übermäßige Schwitzen zu bekämpfen. Sie wird in erster Linie bei Patienten verwendet, die stark an Händen oder Füßen schwitzen. Die betroffenen Areale werden in mit Wasser gefüllte Wannen platziert und mit Gleich- oder Pulsstrom durchflossen.

Letzte Änderung: 10.09.2014

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