Legalize it?

Cannabis ist ein umstrittenes Thema. Die Forderung nach der Legalisierung für medizinische Zwecke wird seit einiger Zeit in Politik und Medien heiß diskutiert. Ab 2017 soll es ein Gesetz geben, das auch in Deutschland Patienten, die keine Möglichkeit zu einer Alternativtherapie haben, den medizinischen Cannabiskonsum erlaubt. Doch viele sprechen sich immer noch dagegen aus.

Hanf als Heilmittel?
Bild: Susanne Schmich / pixelio.de

Cannabis wird seit jeher als Einstiegsdroge bezeichnet und die Angst vor gesellschaftlichen Folgen ist groß. Wie die vermeintliche Droge in der Medizin eingesetzt wird und was Folgen und Probleme sein könnten, berichten wir hier. Seit 2011 ist es auch in Deutschland offiziell erlaubt Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis herzustellen und in Ausnahmefällen zu verschreiben. Doch die Gesetzeslage ist sehr strikt und viele Patienten haben trotz starker Beschwerden Probleme bei der Bewilligung des Medikaments. 2017 soll die Lage sich ändern. Viele Menschen befürchten jedoch, dass die Möglichkeit, legal an die Droge zu kommen, in missbräuchlicher Weise ausgenutzt werden könnte. Ängste vor psychischen Folgen und einer steigenden Zahl von Drogenabhängigen werden in den Medien thematisiert.

Bildrechte: Flickr IMG_3093 MarihuanayMedicina CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Cannabis als Medikament

Schon seit dem 16. Jahrhundert findet man Cannabis als Heilmittel in Kräuterbüchern. In den USA ist es seit knapp zwei Jahren in manchen Bundesstaaten völlig legal, in andern für den medizinischen Gebrauch freigegeben. Auch die amerikanische Medizin forscht auf dem Gebiet und gibt beachtliche Fortschritte bekannt. Der Stoff soll nicht nur Schmerzen bei Krebspatienten lindern, sondern auch Tumorzellen töten. Häufig wird Cannabis für die Schmerztherapie angewandt oder zur Appetitsteigerung während einer Chemotherapie. Auch andere Leiden werden mit dem Mittel erfolgreich therapiert. Die häufigsten Krankheiten, für die Patienten auch in Deutschland legal Cannabis verschrieben bekommen, sind: AIDS, Depressionen, chronische Schmerzen, Multiple Sklerose und Tourette-Syndrom. Wirkung und Nebenwirkungen sind bei der Pflanze jedoch schwer abzuschätzen und bei jedem individuell unterschiedlich. So berichten einige Konsumenten zum Beispiel von Panikattacken und starkem Herzrasen. Nachweise zu langfristigen körperlichen und psychischen Folgen sind umstritten und oftmals veraltet oder widerlegt. Der Wirkstoff soll die Muskeln entspannen und so bei Spasmen und Krämpfen helfen. Er soll Schmerzen lindern und den Appetit anregen, was vor allem Krebspatienten während der Chemotherapie hilft. Außerdem unterbindet Cannabis den Brechreiz und hilft gegen Übelkeit. Wer keine Genehmigung für das Medikament bekommt, oder sich unsicher bei der Anwendung ist, für den kann CBD-Öl auf Cannabisbasis eine Alternative darstellen. Dieses ist völlig legal und kann einfach im Internet bestellt werden. Es wirkt genau wie Cannabis beruhigend, antiseptisch und angstlösend. Doch auch hier sind Wirkung und Nebenwirkungen bei jedem anders.

Colorado zieht Bilanz

In dem US-Bundesstaat Colorado ist der Konsum und Besitz von Marihuana seit 2014 vollständig legal. Nach zwei Jahren verzeichnet man dort einige positive Entwicklungen. Der Cannabiskonsum habe sich nicht groß geändert, denn geraucht werden würde ja sowieso, berichtet die Huffington Post. Zusätzlich habe sich ein völlig neuer Wirtschaftszweig entwickelt: Steuereinnahmen aus dem legalen Cannabisverkauf sollen nun für wohltätige Zwecke gespendet werden. Aber auch das Image von Colorado hat sich geändert. Die Kifferkultur wird dort nun öffentlich zelebriert. So gibt es einen regelrechten Boom im Cannabis-Tourismus. Kiffertouren werden angeboten und Gras-Sightseeing gehört zum Tagesgeschäft. Für Gegner ist genau dies einer der Gründe, die Legalisierung erst recht weiter abzulehnen. Strikte und strenge Gesetze verhindern in Deutschland nach wie vor eine flächendeckende medizinische Behandlung mit Cannabis. Vielen wird der Zugang verwehrt. Mit dem neuen Gesetz könnte sich das ab 2017 ändern. Wenn der Stoff nachweislich zur Linderung von Beschwerden hilft, sollte diese Möglichkeit auch werden, denn oft sind gängige Medikamente mit kaum weniger, sondern eher mit deutlich mehr Nebenwirkungen behaftet. Trotzdem warnen Experten davor, die Droge zu unterschätzen. Jeder muss selbst entscheiden, ob Cannabiskonsum für ihn eine Option ist.


Letzte Änderung: 19.10.2016

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