Medikamentensucht

Medikamente dienen in erster Line, um unterschiedliche Beschwerden zu lindern oder Krankheiten zu heilen. Die Einnahme von Medikamenten kann allerdings auch verhängnisvoll enden. Bei einer kontinuierlichen Einnahme ist die Gefahr einer Abhängigkeit groß. Hier spricht man von Medikamentensucht. Medikamentensucht ist in Deutschland ein großes Thema, da immer mehr Patienten in diese Falle tappen, ohne es bewusst wahrzunehmen.

Medikamente als Abhängigkeitsfalle

Die Tendenz ist steigend, die Dunkelziffer leider nicht bekannt. Diese Abhängigkeitsfalle kann schneller zuschnappen als angenommen. Besonders ältere Menschen, die auf die Einnahme unterschiedlicher Schlaf- oder Beruhigunsmittel angewiesen sind, sind vielleicht schon abhängig, ohne es zu merken. Die kontinuierliche Einnahme unterschiedlicher Medikamente, über einen längeren Zeitraum, erhöht das Risiko einer Medikamentensucht oder einer Abhängigkeit. Zu den gefährlichsten Medikamenten zählen Schlafmittel, welche Benzodiazepine beinhalten. Hier steigt das Suchtpotenzial enorm.
Geschätzt sind etwa 1 Million Menschen, allein in Deutschland, abhängig von diesen Benzodiazepinen.

Im Teufelskreis der Medikamente

Werden diese Medikamente abgesetzt, zeigen sich Auffälligkeiten wie Konzentrationsstörungen, Unruhe oder ständige Gereiztheit. Die Folge dieser Nebenwirkungen ist, das schnell wieder zu diesen Medikamenten gegriffen wird. Hier beginnt der Teufelskreis, welcher auf eine potenzielle Abhängigkeit hindeutet. Auch Schmerzmittel, die Opiate beinhalten, sind mit Vorsicht einzunehmen. Diese Präparate sind verschreibungspflichtig und werden bei starken Schmerzen verordnet. Der Griff zu diesen Schmerzmitteln sollte stets bedacht passieren, damit die Einnahme nicht nicht zur Gewohnheit führt. Natürlich sind die beiden o.a. Medikamentengruppen nicht die einzigen, welche zu einer Abhängigkeit führen können. Auch viele freiverkäufliche Arnzeimittel oder Nasensprays können schnell süchtig machen.

Ärztliche Kontrollen

Wie macht sich eine Abhängigkeit bemerkbar? Suchtmediziner raten, selbst regelmäßig zu prüfen, ob ein zwanghaftes Verlangen nach bestimmter Substanzen oder einem Medikament besteht. Zudem sollte ein Medikament absetzt werden, wenn es nicht mehr benötigt wird. Auch wenn die Dosis nach und nach gesteigert wird, ist eine Abhängigkeit nicht mehr weit. In schweren Fällen werden auch die eigenen Interessen vernachlässigt und das Leben ohne bestimmte Substanzen ist nicht mehr vorstellbar. In diesem Fall spricht man von einem Suchtverhalten, welches dringend ärztlich behandelt werden muss.

Medikamentenentzug

Ein Medikamentenentzug ist langwierig, bedarf starker Nerven und sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Ein solcher Entzug beruht auf einer ambulanten oder stationären Therapie und ist individuell, je nach Vorgeschichte und Schwere der Sucht abhängig. Vielen Abhängigen konnte auf diese Weise geholfen werden. Ein Entzug lohnt auf jeden Fall und macht das Leben wieder lebenswert.


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