Dem Tod richtig begegnen

Nach dem Tod eines geliebten Menschen bricht für die engsten Angehörigen oft die Welt zusammen. Auch mehrere Monate oder Jahre nach dem Verlust können einige ihre Trauer nur schwer verarbeiten. Andere wollen diese Phase schnell hinter sich bringen und versuchen schon bald, wieder in die Zukunft zu blicken. Um dem Tod richtig zu begegnen, braucht es jedoch meist Zeit und Unterstützung.

Nach der Todesnachricht herrscht emotionaler Ausnahmezustand

Das Gefühl des Verlustes und der Trauer bedeutet für die betroffenen Menschen enormen Stress. Dieser Stress bricht sich je nach Charakter des Einzelnen unterschiedlich intensiv in verschiedenen Phasen Bahn. Nach der Todesnachricht, die manchmal überraschend, manchmal – wie bei Angehörigen von Krebspatienten – nach Monaten oder Jahren emotionaler Vorbereitung auf diesen Moment eintrifft, folgt in den meisten Fällen zunächst ein Gefühl des Schocks und der Verdrängung, in seltenen Fällen auch der Erleichterung. Daran schließt sich meist emotionaler Ausnahmezustand an, in dem sich die Person ein Leben ohne den Toten nicht ausmalen kann. Wichtig ist, dieses Gefühl offen an die Umgebung zu kommunizieren. Doch in unserer Gesellschaft wird Experten zufolge viel zu wenig Aufmerksamkeit und Zeit in die Trauerarbeit investiert, sowohl von Seiten der Angehörigen als auch von Seiten der Nachbarn, Kollegen und Freunde. Der Tod wird häufig möglichst schnell verdrängt werden – oft bleibt kaum Platz für die eigentliche Trauerbewältigung.

Gut, wenn die Verstorbenen vorgesorgt haben

Gerade deshalb ist eine feierliche Beerdigung, auf der die Angehörigen gemeinsam Abschied nehmen können, sehr wichtig. Man sollte dazu weder finanzielle noch zeitliche Mühen scheuen. Trotzdem: Trauerfeier und Bestattung kosten einiges an Geld. Da ist es von Vorteil, wenn die verstorbene Person extra für diesen Zweck etwas zurückgelegt hat. Das muss nicht das Sparbuch unter dem Kopfkissen sein: Eine weitere mögliche Vorsorge für den Todesfall ist eine Sterbegeldversicherung, die die Beerdigungskosten in der Regel trägt. Dadurch können die Hinterbliebenen ihrer Trauer angemessen Ausdruck verleihen, ohne dass sie dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Hat man dem geliebten Menschen die letzte Ehre erwiesen und richtig Abschied genommen, ist es mit der Trauerbewältigung allerdings oftmals noch nicht vorbei.

Trauerphasen ganzheitlich durchlaufen

Die Psychologin Verena Kast entwickelte ein Trauermodell, demzufolge Angehörige des Toten verschiedene Trauerphasen durchlaufen. Nach dem ersten Schock und dem "Nicht-Wahrhaben-Wollen" ist es notwendig, den Emotionen in einer zweiten Phase auch mal freien Lauf zu lassen, statt sie zu unterdrücken. Die dritte Phase ist gekennzeichnet von Aufarbeitung und Auseinandersetzung. Erst danach findet der Trauernde zurück in sein altes bzw. neues Leben und hat sich schließlich in der Regel mit der Situation abgefunden und kann wieder positiv in die Zukunft blicken. Ein Anteil von etwa 10 % der Hinterbliebenen trauert jedoch über Jahre hinweg um den Verstorbenen und kann sich emotional nur schwer an seine neue Lebenssituation gewöhnen. Weitere 20 % funktionieren nach außen hin, fühlen sich innerlich jedoch weiterhin leer. Kommt man auch sechs Monate nach dem Tod des geliebten Menschen nicht mit der Situation zurecht, kann man die professionelle Hilfe eines Psychologen oder die von Beratungsstellen christlicher Einrichtungen in Anspruch nehmen. Auch das Niederschreiben seiner Gedanken in einem Tagebuch hilft oft, die eigene Seele zu "reinigen". Trauer muss nicht unterdrückt, sondern kann und sollte durchaus zugelassen und in Gesprächen mit engen Vertrauten verarbeitet werden. Nur wer alle vier Trauerphasen ganzheitlich durchläuft, lernt mit der Zeit, das Ausmaß der eigenen Trauer zu verstehen und damit zu leben. 

Bildrechte: Flickr Nude Woman and Grief x1klima CC BY-ND 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten


Letzte Änderung: 06.10.2016

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