Im Winter: Richtiges Heizen ohne Gesundheitsrisiko

In den Wintermonaten muss der menschliche Organismus verschiedene Belastungen aushalten. Nicht nur die extremen Temperaturunterschiede, die beim Verlassen und Betreten von Wohnungen anfallen, sondern auch die Art der Heizung hat einen immensen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Durch richtiges Heizen kann jeder Gesundheit und Wohlbefinden fördern.

Richtig heizen

Die Gefahren von indirekten Heizanlagen

Die Wärmeströmung sorgt dafür, dass erhitzte Gegenstände - wie beispielweise die an den Wänden angebrachten Heizkörper - ihre Wärme gleichmäßig im ganzen Raum verteilen: Die warme Luft steigt über dem Heizkörper auf und strömt von dort aus bis zur gegenüberliegenden Seite des Raumes. Heizkörper werden in der Regel unterhalb der Fenster angebracht. Dies ist die kälteste Stelle im Raum - die Wärme verteilt sich dort am besten, und ein Heizwärmestau wird vermieden.

Werden Räume durch Heizelemente, wie sie beispielweise im Heizkörper zu finden sind, erwärmt, so spricht man von einer indirekten Heizanlage. Wie gut die Wärmeströmung in den Räumen funktioniert, ist auch von der Architektur abhängig. Bei Fehlplanungen kommt es zur Überhitzung aufgrund eines Heizwärmestaus - der neben der Belastung für die Gesundheit der Bewohner auch erhöhte Energiekosten mit sich bringt. Eine architektonische Fehlplanung, beispielsweise aufgrund von unzulänglicher Dämmung, kann allerdings auch den Niederschlag von Feuchtigkeit in Ecken, in die zu wenig warme Luft gelangt, verursachen: Ein idealer Lebensraum für gesundheitsgefährdende Schimmelpilze, die beim Menschen Aspergillose verursachen, was mit einer schweren Überreaktion des Immunsystems und damit einem allergischen Schock einhergeht.

Auch Nachtspeicheröfen stellen einer Form der indirekten Heizung dar. Leider sind nach wie vor noch Geräte in Betrieb, die Asbest erhalten. Erst seit 1984 ist es verboten, den krebserregenden Stoff zu verwenden. Doch was macht Asbest so gefährlich? Der Stoff gibt Asbestfasern ab. Diese gelangen in die Lunge von Menschen, wo sie verschiedene Krankheiten auslösen kann, unter anderem eine Staublunge oder Lungenkrebs sowie verschiedene weitere Krebserkrankungen.

Auch direkte Heizungen können gefährlich sein

Wird die Wärme beispielsweise durch einen Ofen in der Wohnung selbst erzeugt, so liegt hier eine direkte Heizung vor. Auch diese Form der Beheizung birgt Gefahren für die Gesundheit. Feinstaub in Form von Rußpartikeln entsteht bei der Verbrennung von Heizöl. In kleinen Räumen, die durch entsprechende direkte Heizungen beheizt werden, kann die Raumluft von diesem von der UNO krebserregend eingestuften Stoff kontaminiert werden.

Aber auch wenn der offene Ofen mit Kohle, Holz oder Pellets betrieben wird, kann aufgrund einer möglichen Kohlenstoffmonoxidvergiftung ein beträchtliches Risiko für den Anwender bestehen. Die Rauchgasabzugsanlage muss daher regelmäßig geprüft werden, denn nur wenn sie korrekt arbeitet, ziehen die giftigen Gase über den Schornstein ab.

Symptome beim ungesunden Heizen

Leiden die Bewohner eines Hauses an Erschöpfung, Antriebslosigkeit sowie einer Reizung von Haut, Augen und Schleimhäuten und klagen über eine erhöhte Infektanfälligkeit, so können dies Hinweise auf eine falsche Art des Heizens sein, die bereits einen Schimmelbefall erzeugt hat. Damit keine Schimmelpilze sich in den eigenen Wohnräumen ausbreiten können, muss die Raumtemperatur ausreichend hoch sein, zudem darf die Luftfeuchtigkeit ein gewisses Maß nicht überschreiten. Regelmäßiges Stoßlüften ist wichtig. Experten empfehlen, täglich ein bis zweimal für etwa fünf Minuten die Wohnung mit weit geöffneten Fenstern zu lüften. Um Energie zu sparen, sollte die Heizung in diesem Zeitraum abgedreht werden.

So heizen Sie richtig

Achten Sie darauf, dass die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen zwischen 50 - 60 % liegt. Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit führt zum Austrocknen der Schleimhäute, was nicht nur unangenehm ist, sondern auch die Infektanfälligkeit erhöht. Die ideale Raumtemperatur beträgt um die 21 Grad Celsius. Auch bei einer Abwesenheit sollte eine gewisse Raumtemperatur aufrechterhalten werden, damit der Schimmel keine Gelegenheit zur Ausbreitung findet.

Richtig heizen Chart

Die gesundheitsförderlichsten Heizanlagen

Auf welche Heizanlage sollten gesundheitsbewusste Menschen zurückgreifen? Vor- und Nachteile gibt es überall. Wohnungsbesitzer sollten individuell entscheiden, was für sie am sinnvollsten ist.

Kamine

Ein Kaminfeuer trägt zu einem gesunden Raumklima bei, da durch die Verbrennung von Sauerstoff-Atomen das Luftvolumen im Raum ständig verringert wird. Dies hat zur Folge, dass frische Luft in den Raum strömt - und diese Strömung hat den angenehmen Effekt, dass verbrauchte Luft ständig durch frische ausgetauscht wird. Die Luftfeuchtigkeit ist in diesem Fall optimal, was das Wachstum von Schimmelpilzen verhindert und gleichzeitig die Schleimhäute der Bewohner schon.

Bei dem Einbau eines Kamins muss fachgerecht vorgegangen werden, damit das Risiko einer Kohlenstoffmonoxidvergiftung beseitigt wird. Wird der Ofen in Betrieb genommen, darf die Beheizung keinesfalls mit feuchtem Kaminholz vorgenommen werden, denn hier bildet sich verstärkt gesundheitsschädlicher Ruß. Dies ist auch beim Einsatz von Kaminzündern, welche in Petroleum getränkt wurden der Fall. Zudem brennt das feuchte Holz nicht gut, was für die Anwender frustrierend ist. Der führende Kaminhändler Kamdi24 empfiehlt nur Holz mit einer maximalen Feuchtigkeit von 20% zu verfeuern und wenn möglich auf Chemiewachs –und Petroleum haltige Anzünder zu verzichten. Greifen Sie besser auf Holzwolle oder mit Naturwachs getränkte Holzfasern zurück.

Fußbodenheizungen

Fußbodenheizungen gehören sicher zu den angenehmsten Heizungsarten. Sie wärmen sanft die Füße von unten, was für ein wohliges Gefühl sorgt. Gleichzeitig bleibt der Kopf kühl, man kann sich weiterhin konzentrieren und wird nicht durch Hitzestauungen erschöpft. Auch große Räume erhalten durch eine Fußbodenheizung eine gleichmäßige Wärmeverteilung. Gleichzeitig ist eine Fußbodenheizung eine energiefreundliche und damit kostengünstige Variante des Heizens: Denn bei einer eigentlich geringeren Raumtemperatur im Vergleich zu anderen Heizarten schafft sie den subjektiven Eindruck einer warmen Wohnung. Da aufgewirbelter Staub durch die Hitze aufgewirbelt wird - was gerade bei Hausstaub-Allergikern zu Gesundheitsproblemen führen kann - muss der Boden immer sauber gehalten werden, damit die Fußbodenheizung keine unangenehmen Nebeneffekte entfaltet.

Heizen mit Infrarotstrahlung

Mit Infrarotstrahlung steh eine weitere Art zu heizen bereit, die als besonders natürlich gilt. Die entsprechenden Heizungen werden, ähnlich wie herkömmliche Heizkörper, an den Wänden angebracht. Infrarotheizungen überzeugen durch ihre schlanke Bauweise. Da sie so leicht sind, ist auch eine Montage an der Decke möglich. Betrieben werden die Infrarotheizungen durch Strom. Durch die Abgabe von infraroter Strahlung erzeugen sie eine besondere Wärme, die natürlich und angenehm ist. Dies liegt daran, dass Infrarotstrahlung der angenehmen Sonnenstrahlung ähnlich ist. Sie ist nur kurzwelliger und gibt damit selbstverständlich keine UV-Strahlung ab. Übrigens wird die Infrarot-Technologie auch zur Therapie von Rheuma und Atemwegserkrankungen genutzt.

Einen Nachteil haben die Infrarotheizanlagen jedoch: Sie brauchen sehr viel Strom, was zu hohen Energiekosten führt. Deswegen empfiehlt man diese Art der Heizung eher als Unterstützung zur herkömmlichen Heizung. Denn da Infrarotheizungen anders als andere Formen der Heizung keine giftigen Substanzen abgeben, weil bei ihrem Betrieb kein Rauch entsteht, tragen sie auf besondere Weise zu einem gesunden Raumklima bei. Ihre leichte Installation macht die Verwendung besonders komfortabel. Auch Menschen mit einer Hausstauballergie sollten über die Montage einer Infrarotheizung nachdenken: Da bei ihnen die Luft nicht stark zirkuliert, wird bei dieser Heizart kaum Staub durch Wärme aufgewirbelt. In Ergänzung zur konstanten Luftfeuchtigkeit, die die Infrarotheizung liefert, etabliert die Heizung so ein gesundes, schimmel- und milbenfreies Raumklima.

Fazit

Egal, für welche Art der Heizung Sie sich auch entscheiden - eine Überwachung von Raumtemperatur und von der Luftfeuchtigkeit ist notwendig, um Gesundheitsrisiken zu erkennen und zu vermeiden. Regelmäßiges Lüften ist ein wichtiger Bestandteil vom gesundheitsförderndem Heizen, und ist leicht umzusetzen. Nur vergessen sollte man es nicht. Weiterhin sollte regelmäßig Staub gewischt werden, da dieser bei Wärme aufgewirbelt wird und insbesondere den Gesundheitszustand von Allergikern beeinträchtigt. Eine große Gefahr ist die Bildung von Schimmelpilzen, die bei der richtigen Beheizung nicht so leicht entstehen können. Die meisten Vorteile haben Heizungsmethoden wie Kamin oder Infrarotheizung - sie sorgen für eine angenehme, gemütliche Wärme und das beste Raumklima. Welche Heizungsart jedoch für einen Einzelnen am vorteilhaftesten ist, kann pauschal nicht beantwortet werden - jeder hat hier seine eigenen Präferenzen. In Verbindung mit der richtigen Heiztechnik kann man mit jeder Heizart gesund bleiben.


Letzte Änderung: 09.05.2016

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