Stottern beim Kind - wann ist es noch normal?

Die Sprachentwicklung bei Kindern nimmt grundsätzlich einen auffallend unterschiedlichen Verlauf. Wie schnell und wie gut ein Kind sprechen lernt, hängt einerseits von einer gewissen Begabung und andererseits davon ab, wie viel Ansprache ein Kind bekommt, am Besten nicht in Kindersprache, sondern in Erwachsenensprache.

Auch wenn ein Kind noch nicht antworten kann, lernt es doch beim Zuhören. Natürlich möchten alle Eltern so schnell wie möglich mit ihren Kindern per Sprache kommunizieren. Wird Druck auf ein Kind ausgeübt, dann benutzt es die Sprache spät oder unvollständig.

Stottern - unbedenkliche Sprachschwierigkeiten?

Normalerweise spricht ein Kind erst abgehackt, was keineswegs als Stottern gewertet werden sollte. Das ist aber noch unbedenklich, denn die Stimmbänder, Zunge, Mund und Gehirn müssen beim Sprechen Teamwork leisten. Dafür muss ein Kind Erfahrungen sammeln, bis die Aussprache fließend und verständlich wird. Kritik an kindlichen Fehlern beim Sprechen kann dazu führen, dass stolpernde Aussprache lange zur Gewohnheit wird oder das Kind wird immer zu schnellem Sprechen animiert.

Dieses vermeintliche Verbessern als Reaktionen der Eltern oder anderer Erwachsener auf diese "Unflüssigkeiten" des Redens ist aber nicht gut, denn jedes Kind entwickelt erst nach und nach seinen eigenen Sprachrhythmus, der zunächst durchaus stockend sein kann. Mit Lob und Geduld kann diese Sprachlernphase überwunden werden, das ist noch lange kein stotterndes Kind. Es lässt sich lediglich Zeit zwischen Silben und Worten, betont Vokale falsch oder verwechselt Reihenfolgen. Das ist eher süßer Kindermund und keinesfalls mit Stottern zu vergleichen.

Stottern, eine ernste Sprachstörung

Ständiges Stottern ist aber eine ernst zu nehmende Sprachstörung. Beim Stottern machen Pausen und Verwechselungen von Buchstaben und Silben zehn Prozent und mehr beim Sprechen aus. Dazu kommt meist noch eine hektische Atemtechnik und aufregende Anstrengung, die den Fluss des gesprochenen Wortes zusätzlich hemmen. Besonders die Anfangsbuchstaben von Worten sind beim Stottern wie Barrieren.

Warum Kinder stottern

Die Faktoren, die zu zum Stottern des Kindes führen sind bisher nicht ausreichend erforscht, so dass eine Diagnostik nur unzureichen gestellt werden kann. Oft stellt sich Stottern nur in bestimmten Situationen ein. Einem stotternden Kind beim Sprechen auf den Mund zu schauen, steigert die Verunsicherung im Allgemeinen. Wahrscheinlich fehlt den Kindern auch Selbstvertrauen, sich zu artikulieren.

Denken und Sprechen

Andererseits möchten stotternde Kinder vielleicht zu schnell kommunizieren, es fehlt dazu die Fähigkeit zu Multitasking beim Denken und Sprechen. Worte und Gedanken überschlagen sich einfach. Stottern geschieht somit unfreiwillig und lässt sich ohne Therapie nur schwer abtrainieren. Für das Stottern ist auch eine Blockade verantwortlich, die Worte einfach nicht ungehindert über die Lippen gleiten lässt.

Im Kindesalter hat eine Therapie beim Logopäden großen Erfolg. Dieser Weg ist unumgänglich, denn erfahrungsgemäß hat im Erwachsenenalter solch eine Therapie deutlich schwerer Erfolg. Stottern bei Kindern ist kein unabänderliches Schicksal, Abhilfe schaffen Verständnis und Therapie beim ausgebildeten Logopäden.


Letzte Änderung: 23.08.2017

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