Was es über die DNA-Stoffwechsel Analyse zu wissen gibt

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Es klingt natürlich sehr verlockend, daran besteht kein Zweifel - etwas Speichel wird ins Labor geschickt und kurze Zeit später erfährt man, wie denn der eigene Stoffwechsel funktioniert. Und das Beste: Man bekommt gesagt, was man essen sollte und was lieber nicht, wenn man abnehmen möchte. Man könnte ja fast den Eindruck bekommen, dass die Pfunde dann automatisch und von ganz allein purzeln. Weil das alles zu schön klingt, um wahr zu sein, beschäftigt sich dieser Artikel etwas genauer mit der Abnehmwaffe DNA-Stoffwechsel Analyse.

Was es über die DNA-Stoffwechsel Analyse zu wissen gibt
Bild: Was es über die DNA-Stoffwechsel Analyse zu wissen gibt

Wie funktioniert diese Analyse?

Mithilfe der DNA-Stoffwechsel Analyse könnten, so heißt es, genetische Veranlagungsaspekte analysiert werden. Aus den Ergebnissen soll sich dann ergeben, ob man eher der Fett-, Kohlenhydrat- oder Proteintyp ist. Es gibt Menschen, die auf eine kohlenhydratreiche Diät sofort reagieren und schnell abnehmen. Bei anderen hingegen, sollte man sich auf mehr Protein konzentrieren, um die Pfunde purzeln lassen zu können. Anbieter für solche Tests gibt es mittlerweile einige, einige mehr andere leider weniger seriös. Im Internet lassen sich solche Tests bestellen. Die Funktionsweise ist in der Regel immer die gleiche.

Wie erfolgt so ein Test zu Hause?

Solche Stoffwechselanalyse-Kits kommen in der Regel gebrauchsfertig nach Hause.

  • Der Proband nimmt mit einem bauschigen Tupfer einen Abstrich der Mundschleimhaut.
  • Dieser wird in ein Röhrchen mit einer Flüssigkeit gesteckt.
  • Das Röhrchen wird fest verschlossen und verpackt, in das angegebene Labor geschickt.
  • Nach einigen Tagen bekommt der Proband das DNA-Ergebnis geschickt.

Was wird genau untersucht?

Bei diesen Tests wird, laut der Hersteller, für jedes der einzelnen Kernergebnisse, also Sporttyp, Stoffwechseltyp, oder Neigung zu Übergewicht, eine etwaige Kombination an Single-Nucleotiden-Genvarianten analysiert. Humantechniker sprechen hierbei von sogenannten Snips. Konkret werden bei dieser Analyse 23 dieser Snips (SNP) in 19 Genen untersucht.

Um überhaupt diese SNPs mit Faktoren wie Übergewicht in einen Kontext zu bringen, werden von Genetikern riesige Studien durchgeführt. Die DNA aller Menschen mit oder auch ohne Übergewicht werden dann verglichen. Je größer die Population ist, die untersucht wird, desto größer ist die Chance, dass ein bestimmtes SNPs gehäuft vorkommt. Allerdings sagt das über das einzelne Individuum nichts aus, wie üblich bei Statistiken, allerdings ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit.

Alles noch unsicher

Die Wissenschaft versteht bisher nicht in Gänze, wie hoch der Einfluss der SNPs denn tatsächlich auf die körperlichen Funktionen ist. Aber da es bestimmte SNPs bei Übergewichtigen gibt, sagt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch die Ursache für das Gewichtsproblem des Betroffenen sind, bzw. sein können. Jedes Gen, das laut Forschern auf Übergewicht Einfluss hat, weiß man aus Studien, dass sein wichtigster SNP maximal 0,34 % des Body-Mass-Index (BMI) erklärt.

Wird die DNA-Stoffwechsel-Analyse überschätzt?

Vererbbarkeit spielt im Hinblick auf Übergewicht eine große Rolle, was meist unterschätzt wird. Sie sogenannte Heritabilität bezeichnet, wie groß der Einfluss auf das Erbgut eines Menschen und dessen Stoffwechsel, Sportlichkeit und Gewicht hat. Bei diesen DNA-Analysen wird immer verdeutlicht, dass das Erbgut einen großen Einfluss habe. Allerdings wissen auch alle, dass gerade, wenn es um Übergewicht geht, die Umwelt, Ernährung und Bewegung neben der Veranlagung eine essenzielle Rolle spielen.

Neuesten Schätzungen nach haben die genetischen Faktoren bei Erwachsenen über 30 Jahren einen Einfluss von 40 % auf den BMI (Body Mass Index). Das heißt wiederum, dass allein auf einer DNA-Analyse basiert kein Stoffwechseltyp bestimmt werden kann. Die DNA-Analyse bietet jedoch wichtige Anhaltspunkte und fördert mehr als nur Tendenzen zu Tage. In den Augen einiger Schulmediziner richten diese Ergebnisse die wissenschaftliche Grundlage eines DNA-Tests im Hinblick auf Übergewicht völlig zunichte.

Unterschätzte Gefahr

Menschen, die eine DNA-Stoffwechsel Analyse durchführen oder durchführen lassen, dürfen nicht mit ihrem Ergebnis allein gelassen werden, sondern müssen nun aufgeklärt und unterstützt werden, um nach dem Erhalt des Ergebnisses nicht verwirrt zurückgelassen zu werden. Manche sehen das Ergebnis als einzige Wahrheit und Maßnahme, was zur Folge haben kann, dass sie auf grundlegende, wichtige Nahrungsmittel plötzlich verzichten. Darum wird geraten, einen solchen Test und die Zeit danach von einem Arzt oder einem seriösen und vertrauten Heilpraktiker begleiten zu lassen.

Die Effektivität der Diäten einzig auf Basis der DNA-Analyse kann bei Missachtung anderer Faktoren und Einflüsse nicht nur infagre gestellt werden, sondern können sogar gesuchdheitsschädlich sein. Eine Studie der Universität Stanford aus dem Jahr 2018 zeigt, dass sich keinen Zusammenhang zwischen Diäten und einer genetischen Veranlagung finden ließ.

Mit welchen Kosten muss gerechnet werden?

Wie viel eine DNA-Stoffwechsel-Analyse kostet, kann pauschal nicht gesagt werden. Je nach Anbieter und Leistungsumfang liegen die Kosten im Durchschnitt zwischen 130 Euro und 400 Euro.


Letzte Änderung: 14.06.2024

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