Ganzheitliche Heilkunst aus Sicht eines Heilpraktikers

Welchen Weg des Heilens ein Heiler wählt, hat immer etwas mit seinem Wissen vom Menschen zu tun. Daher habe ich mir zuerst Gedanken gemacht, wie denn mein Bild vom gesunden und vom kranken Menschen aussieht. Grundsätzlich betrachte ich jeden Menschen als komplexes System, welches mit den Systemen seiner Umwelt in Austausch steht.

Alle Organsysteme im Menschen beeinflussen sich gegenseitig. Das möchte ich im Folgenden veranschaulichen. Z.B. das gesellschaftliche Leben eines Menschen beeinflußt seit Seelenleben. Das Seelenleben hat Einfluß auf sein Hormon- und Nervensystem. Das Nervensystem wirkt auf Herz- Kreislauf und Immunsystem ein und diese beeinflussen alle anderen Organe des Körpers. Umgekehrt sind Kreislauf und Immunsystem auch von diesen anderen Organen abhängig. Der Zustand des gesamten Körpers wirkt sich letztlich wieder auf das Seelenleben aus und dieses auf das soziale Leben des Menschen. Das ist nur eine stark vereinfachte Veranschaulichung. Tatsächlich spielen viele andere Faktoren die ich nicht benannt habe eine Rolle.

Unsere Gesundheit kann man sich also als ein großes Mobile vorstellen. An diese Anordnung verschiedener aneinander aufgehängter Waagen würden zuletzt alle Organe hängen. Verrichtet ein Organ seinen Dienst nicht ausreichend oder aber übertrieben, so gerät das gesamte Mobile aus dem Gleichgewicht und hängt schief. Aus dem bisher gesagten wird deutlich, daß wer Heilkunde betreibt unbedingt etwas von Systemanalyse verstehen muß. Um Ordnung und Übersichtlichkeit in obiges Durcheinander wechselwirkender Systeme des Organismus zu bringen hat es sich für mich bewährt, vier Ebenen der Organisation zu unterscheiden:

Bezeichnung der Ebene: Kurzbeschreibung der Ebene

  1. Spirituelle Ebene: Überzeugungen über den Lebenssinn und persönliche Aufgaben in der Welt,
  2. Psychosoziale Ebene: Umgang mit sich und anderen samt der dabei entstehenden Gefühle,
  3. Energetische Ebene: Bioelektrische und bioplasmatische Vermittlung zwischen den Ebenen,
  4. Körperliche Ebenen: Physikalische, chemische und mechanische Strukturen und Funktionen.

Heiler zu sein bedeutet für mich, die Verhältnisse jeder einzelnen Ebenen erheben und verändern zu können. Das ist eine sehr anspruchs- und verantwortungsvolle Aufgabe. Voraussetzung dafür, daß ein Heiler diese Aufgaben zu erfüllen vermag ist, daß ihm mindestens eine Methode für jede dieser vier Ebenen zur Verfügung steht. Dafür will ich einige Beispiele geben. Aus praktischen Erwägungen möchte ich dabei "das Pferd von hinten aufzäumen", also mit der untersten Ebene beginnen.

4. Die körperliche Ebenen

Der Körper wird durch die orthodoxe Medizin als kybernetisches System, als komplizierte biologische Maschine beschrieben und behandelt. Eine Maschine jedoch ist eine vom Menschen gebaute physikalische Anordnung. Menschen dagegen sind sozusagen "Naturprodukte", deren Entwicklung über Jahrmillionen dauerte. Das sind Zeitspannen und Ereignisse die wir heute noch in keiner Weise überblicken. Das Verständnis des Menschen als eine Art "Cyborg" greift zu kurz und wird uns Menschen nicht gerecht. Dennoch ist die Darstellung des Menschen als biochemisches System hilfreich um den Körper auf ganz stoffliche Weise zu beeinflussen.

Um dieses System zu erkunden nutze ich den Umstand der Verbindung zwischen allen Organen. Da jedes Geschehen im Inneren des Menschen auch Auswirkungen auf seine Körperoberfläche hat, brauche ich nur genau genug zu beobachten um alle notwendigen Informationen zu erhalten. Diese einfache Tatsache machen sich alle Reflexzonenverfahren zu nutze. Am bekanntesten sind die Reflexzonen der Füße. Aber auch die Hände, die Brust, der Rücken, das Gesicht und selbst die Iris sind Reflexzonen. All diese Bereiche ver"ndern sich, wenn sich die Arbeitsweise der inneren Organe verändert.

Ich schaue mir vor allem das Gesicht und die Hände sowie die Regenbogenhaut des Auges an, um herauszufinden wie die Organfunktionen und die Stoffwechsellage eines Menschen sind. Das ergänze ich durch in der Naturheilkunde bewährte Blut- und Urinuntersuchungen. Um auf dieser Ebene heilende Veränderungen herbeizuführen bevorzuge ich die Pflanzenheilkunde. Jede Pflanze stellt wie der Mensch ein natürliches biologisches System dar. Meine Aufgabe besteht darin pflanzliche Heilmittel zu finden, die m"glichst genau zu einem Menschen passen.

Alle Wirkungen eines Mittels müssen für den Patienten wünschenswert sein. Auch bei natürlichen Heilmitteln treten Nebenwirkungen auf, nämlich dann, wenn sie nicht sorgsam genug ausgewählt wurden. Dann gibt es Wirkungen, die nicht im Sinne des Patienten sind. Daher gilt, daß die meisten "Nebenwirkungen" schlicht und einfach Behandlungsfehler sind. Natürlich kann man auf dieser Ebene auch tierische und mineralische Mittel einsetzen. Selbst mit genau abgestimmten Chemotherapeutika ist eine Einwirkung auf den Körper möglich. Es darf dann jedoch bei der Auswahl der Mittel an Sorgfalt mangeln. Nur wenn ein Mittel nicht zum Patienten paßt entstehen "Nebenwirkungen".

Die größte Stoffmenge jedoch nehmen wir als Nahrung auf. Daher ist eine individuelle und zielgerichtete Anpassung der Ernährung bei jeder Behandlung sinnvoll.

3. Die energetische Ebene

Das es ein den Körper durchziehendes Informationssystem gibt, welches nicht neuronal sondern energetisch ist läßt sich mit wissenschaftlichen Methoden messen. So weisen z.B. die Akupunkturpunkte ein elektrisches Potential auf, das sich deutlich von der umgebenden Haut unterscheidet. Das Energiesystem des Menschen wirkt auf die Funktionen seiner Organe und auch auf sein Seelenleben ein. So verbindet die energetische Ebenen Körper und Seele. Viele Heilpflanzen wirken auch auf diese Ebene ein. Diese energetische Wirkung ist es, die die Homöopathie durch die besondere Zubereitung ihrer Mittel, durch die Potenzierung, besonders steigert. Ich nutze gerne Atemübungen sowie Körper- und Ohrakupunktur um den Energiehaushalt meiner Patienten zu harmonisieren.

2. Die psychosoziale Ebene

Dein Seelenleben wirkt sich auf die Funktionen deines Körpers und deines Energiesystems aus. Man braucht sich nur vorzustellen, wie man herzhaft in eine Zitronenscheibe beißt, und schon fließt einem das Wasser im Munde zusammen. Das ist eine leicht zu beobachtende Veränderung der körperlichen Funktion "Speichelbildung" durch die seelische Funktion "Vorstellung".

Ein anderes Beispiel: Stell Dir vor, du fährst mit der Achterbahn und kommst gerade an den Punkt, an dem es steil bergab geht. Spürst Du wie dein Blutdruck steigt und in den Ohren pocht und rauscht? Wenn nicht kannst Du ja mal vorher und nachher deinen Puls fühlen. Auch unbewußte Bilder, Gefühle und Klänge wirken auf dein körperliches und seelisches Funktionieren ein. Ein hoher Blutdruck kann z.B. durch eine im Unbewußten wirkende Vorstellung bedingt sein.

Auch Nerven- und Immunsystem lassen sich durch psychologische Methoden in ihrer Arbeitsweise ver"ndern. Die meisten langwierigen Erkrankungen haben einen ausgeprägten psychosomatischen Anteil. Selbst Rheuma, Krebs und Allergien lassen sich durch das Seelenleben beeinflussen.

Unser Seelenleben hängt wesentlich von unseren Beziehungen zu anderen Menschen ab. Daher sollte ein Heiler sich mit Familientherapie, der Systemischen Therapie, auskennen. Andererseits bildet die Seele jedes einzelnen Menschen eine funktionelle Einheit. Daher muß ein Heiler auch wissen, wie genau Veränderungen im Denken und Fühlen bewirkt werden können. Darüber hinaus ist eine Menge Lebenserfahrung notwendig.

Es gibt Hunderte von Psychotherapien. Das wichtigste Motte der Naturheilkunde: "In erster Linie nicht schaden" muß endlich auch in der Psychotherapie beachtet werden. Daher halte ich es für unverantwortlich, daß die Psychoanalyse per Gesetz gefördert wird, obgleich sie die einzige Behandlungsform ist für die nachgewiesen ist, daß sie auch bei kunstgerechter Anwendung oft schadet.

Ich selber arbeite mit der Lösungszentrierten Systemischen Therapie und mit den Methoden des Neurolinguistischen Programmierens (NLP) und setze auch gerne Hypnose ein.

1. Die spirituelle Ebene

Die spirituelle Ebene eines Menschen wir durch Vorstellungen und Gefühle, die der Mensch seiner Welt gegenber hat gebildet. Empfindet jemand die Welt als Jammertal, so wird er mit seiner Gesundheit anders umgehen als jemand, der die bloße Existenz als wunderbares Geschenk empfindet. Solche grundsätzlichen Einstellungen haben eine große Wirkung auf das körperliche, seelische und gesellschaftliche Wohlbefinden jedes einzelnen Menschen.

Diese Ebene läßt sich von der Psychologie und Philosophie her beeinflussen. Oft erweisen sich Rituale als wirksames Mittel eine Veränderung dieser Ebene einzuleiten. Wichtig dabei ist, daß man die Vorstellungen des Patienten ergründet und als Ausgangspunkt für die Heilung annimmt. Völlig falsch wäre es, den Heilung Suchenden missionieren zu wollen, da dies nur zu Widerständen führt.

Das setzt voraus, daß der Heiler in seiner eigenen Spiritualität sehr flexibel ist. Das wird verständlich, wenn ich erkläre, daß ich unter anderem mit Menschen arbeite, die im Hinduismus, in der mosaischen Religion, dem Islam oder dem Shintoismus aufgewachsen sind. Als Heiler muß ich in der Lage sein mich innerhalb jedes dieser Sinnstiftungssysteme zu bewegen und sie zur Heilung zu nutzen. Das kann ich nur, weil ich fähig bin, den Kult und die Kultur des anderen nicht allein zu achten, sondern ihn als einen möglichen Weg zur spirituellen Heilung anzunehmen vermag.


Letzte Änderung: 06.10.2018


Autor/in und inhaltlich verantwortlich
Uwe Ecker Heilpraktiker, Dipl. Psychologe Berlin
Praxis für Ganzheitsheilkunde/Naturheilkunde, Psychosomatik, Psychotherapie
Heilpraktiker, Dipl. Psychologe Uwe Ecker
10407 Berlin

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